Endlich, ein Portal [6]

Er betrat die kleine, verfallende Kirche. Öffnete die knarzenden Türen und trat langsam ein. Aber nicht, weil er nicht wusste, was ihn erwarten würde. Nein, sondern, weil er es einfach nicht eilig hatte. Etwas, dass das Wissen um die eigene Ewigkeit mit sich brachte. Man hatte Zeit, unendlich sogar davon und man verschleuderte sie nicht, nein man nutzte sie einfach nur bewusster. Sicher, zu Anfang seiner Verwandlung, da kostete er sie noch nicht so aus. Es war eine verworrene Zeit gewesen, in der der Blutdurst der einzige Antrieb gewesen war. Aber mit den Jahren hatte er sich weiterentwickelt. Zu dem Wesen, was er jetzt immerhin war.

Vielleicht ein dunkler Philosoph?

Ja, diese Beschreibung gefiel ihm besonders.

Info: Das ist Part 6 der Story. Mehr Informationen: About)

Das Licht fiel schimmernd durch die gesprungenen Glasfenster. Brach sich in den Farben einst kunstvoll verzierter Kunstwerke. Etwas, das auch die Zeit einen lehrte. Was auf jeden Fall fest stand, war, dass alles verging. Und egal wie leuchtend es zu Lebzeiten gewesen war, war die Zeit des Todes da, so verging es einfach. Und mit Wehmut dachte er an das, was die Menschen ihm voraus hatte. Das Miteinander, die Liebe, die schöne Erinnerung. Sein Leben, sein Unleben, war von der Dunkelheit gezeichnet. Sicher gab es Welche, die mal an ihn denken würden, sollte er nicht mehr sein. Aber es würde niemals so sein, wie bei den Menschen.

Und die Liebe?

Die hatte er Jahre bereits nicht mehr erfahren dürfen. Vielleicht sogar Jahrzehnte.

Aber er grübelte, grub in der Vergangenheit und hing trüben Gedanken nach.

In der Mitte der Kirche erblickte er Meryme. Sie lächelte ihn an. Sie wusste um ihn, seine Macht, seine Existenz. Und auf irgendeine Weise waren sie Verbündete.

„Du hast mich nicht warten lassen,“ sagte sie lächelnd.

„Wie könnte ich?“ Antwortete Kain. „Wenn ich weiß, dass ich Dich sehen darf, so erhebe ich mich aus dem finstersten Grab und meiner tiefsten Ruhe. Nur für dich.“

Sie lachte.

„Komm her. Du weißt genau, dass das nicht wahr ist. Ich bin keines Deiner Opfer, das Du umgarnen kannst. Ich kenne Dich wahrhaft durch unsere gemeinsame Erfahrung. Und das weißt Du auch. So frage ich mich, was du damit bezweckst? Ist dies ein leichtfertiger Versuch mich zu umgarnen oder testest du einfach meine Intelligenz?“ Entgegnete Meryme lächelnd.

„Das überlasse ich rein Dir,“ sagte Kain nur.

Sie blickte ihn einen Moment nachdenklich an. Dann zuckte sie mit den Schultern. „Komm her. Es ist alles vorbereitet für unsere kleine Reise.“

„Unsere Reise?“

„Ja, ich komme mit. Ich dachte das wäre klar. Du kannst doch nicht, egal Deiner Macht wirklich glauben alleine im Abyss zu bestehen. Da sind schon Andere gescheitert, die weit größere Macht als Du oder ich hatten. Aber zusammen besteht die Chance das wir es lebend überstehen.“ Sagte sie.

„Ich lehne Deine Hilfe sicher nicht ab. Und Du kennst das Risiko. Also ja, komm ruhig mit.“ Sagte Kain.

„Du hast mir auch noch nicht gesagt, was du überhaupt im Abyss suchst. Was ist es wert, dass Du diese Reise antrittst? Eine Liebe? Ein höheres Ziel? Eine dunkle Intention? Was ist es?“ Fragte sie neugierig, während sie einen Kreidekreis auf dem grauen Steinfußboden malte. Dann streute sie irgendwelche Kräuter und sprach leise flüsternd Worte.

Kain antwortete nicht, sondern ging nur zu ihr hinüber.

„Der große Kain. Ein ewiges Geheimnis. Um Dich, das was Du tust, wo Du bist und das schnöde Warum. Ich wußte bereits, dass ich keine Antwort bekommen würde.“ sie machte eine Pause, wartete kurz ab. Vielleicht ließ er sich ja doch dazu bewegen? Sie schnaufte nach ein paar Minuten und sagte: „Es ist alles vorbereitet. Komm in den Kreis hinein. Sobald ich die Seele frei lasse, wird sich das Portal öffnen.“

Kain tat wie ihm geheißen und stand jetzt neben Meryme in dem Kreidekreis.

Sie hielt einen blauschimmernden Stein in die Höhe, sprach ein paar Worte, die er nicht verstand und er sah, wie sich etwas hell leuchtendes von dem Stein löste und in die Höhe schwebte. Dann schimmerte die Wirklichkeit selber und Lichtblitze schnellten in die Luft. Immer schneller, bis sich ein Energieball bildete und sie beide umfing. Er musste Meryme vertrauen. Und das konnte er auch. In der Vergangenheit hatte sie schon bewiesen, dass ihr bei der Magie keiner etwas vormachen konnte. Und als jetzt ein Ruck durch sie ging und sie in tiefdunkle Schwärze geschleudert wurden, da zweifelte er es immer noch nicht an.

Der Abyss.

Er empfing sie endlich.

Navigation

Das erste Kapitel der Story
Legends of Kain

„Ich bin nicht böse, nicht verdammt oder verkommen. Mein Weg ist nur ein Anderer. Abseits jeden Gesetzes, das Ihr erschaffen habt. Fern von jeder Einordnung oder mathematischen Gleichung. Ich bin frei von dem Allen. Von Gut und Böse. Göttern und Teufeln. Sinn und Schicksal. Regeln und Beschränkungen. Nichts mehr gibt es für mich. Und doch habe ich alles.“ „Ich war ein Kaiser, ein König, Priester, Gott, Teufel und Dämon. Was die Menschen wollten, das gab ich Ihnen. Und nun bin ich Dein Traum, Deine Geschichte. Folge mir in die tiefsten Schatten, die jedes Licht verdrängen und verschlucken.“ Die Legende Kain, Lilith, Odin, der Berserker und die Walküren. Vampire und Werwölfe. Eine Zeit, vor unserer Zeit? Andere Welten, Dimensionen und auch Flüsse der Zeit. Hexen, Magie und selbst Merlin, die hier nun wieder entstehen. Eine Geschichte, die Anfang, als auch Ende bedeutet.Das dunkle Zeitalter, die ewige Nacht.Was Dich erwartet, ist im Jetzt noch nicht einmal erahnbar. Wenn auch gleich es schon begonnen hat. (Format PDF; Umfang 460 Seiten; Sprache: Deutsch)

Follow me

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.