Kains Reise zum Abyss – [Part 3]

Gerade, als ich in die Schatten gehen wollte, spürte ich sie. Sicher einige Kilometer entfernt, aber sie waren da. Erst spürte ich nur ihre Anwesenheit und dann das flackernde Ende der unsterblichen Seelen. Immer mehr wurden es, bis nur noch Einzelne übrig waren.

Das war interessant. Ein Spiel an Abwechslung, das meine Neugier erweckte. Und so musste ich einfach nachsehen, was sich dort abspielte. Ein Spiel, eine Würze, für diese fade Nacht, das konnte sich mir bieten.

Und wirklich, von dem Moment selber, der Herausforderung an sich, wurde ich nicht enttäuscht.

Ich sprang auf das Dach und verfiel in meine gewohnte Geschwindigkeit, in der mich das menschliche Auge nicht mal als Schatten erahnen kann. Nach einigen Minuten dann, sah ich das Spektakel vor mir.

Ich saß fern ab, oben auf dem Dach eines Hochhauses und durfte mir dieses Massaker ansehen. Dabei war es ein Spiel, wie es zugespitzter nicht sein konnte. Und die letzte Stufe war noch nicht erreicht.

(Info: Das ist Part 3 der Story. Mehr Informationen: About)

Einfach köstlich. Wirklich.

Am Boden dieses abgelegenen Hafens lagen die Aschehaufen verteilt. Einige noch lodernd glühend, von den gerade getöteten Vampiren. Die letzten drei befanden sich zusammen gedrängt in der Mitte. Um sie herum, aus übernatürlichen Fratzen hechelnd, mit diesem wilden Feuer in den Augen, das nur diese Rasse zu Stande brachte. Ein Rudel Werwölfe.

Die Vampire mussten es aufgeschreckt haben oder sie hatten einfach einen Angriff gewagt.

Dumm von Ihnen.

Gerade bei Vollmond.

Nun, die letzten drei bezahlten gerade verbrennend den Preis für diesen Leichtsinn.

Die Wölfe heulten zur silbernen Scheibe am Himmel. Besungen ihren kleinen Triumph zur Ehre ihrer Götter. Es war ihnen gegönt. Nur feierten sie zu vorschnell.

Denn was sie nicht sahen, das waren die Jäger in Wartestellung um sie herum. Keine übernatürlichen Gegner, menschliche. Dafür weit besser ausgerüstet und bewaffnet. Automatische Gewehre, Nachtsichtgeräte, gepanzerte Kleidung. Begriffe, Material, mit dem ich mich selber erst in den letzten Jahren anfreunden musste, seit ich in diese Welt gekommen war.

Ich sah, wie die Muskeln sich anspannten und die Bewegung sich im Kreis durch die Formation zog.

Es blitzte auf, mehrere hundert Male in der Sekunde. Donnernde Schüsse, die den Nachthimmel für ein paar Minuten erleuchteten. Dann war es bereits vorüber und die ersten Menschen verließen die Deckung, um die Spuren des Massakers zu untersuchen. Natürlich hatte kein Werwolf diesen Hinterhalt überlebt.

Wie fade…

Wie feige…

Wie menschlich…

Und irgendwie gefiel mit der letzte Vorhang dieses kleinen Schauspiels absolut nicht. Die Menschen sollten als Einzige über beide Rassen triumphieren?

ich sprang vom Dach des Hauses herunter, verflüchtigte mich vor der Landung in die Schatten und war in nicht mal einer Sekunde in der Mitte dieses unbedeutenden Ortes. Zwischen Dreien, manifestierte ich mich und brach ihnen, bevor sie auch nur reagieren konnten, das Genick.

Natürlich schossen die Soldaten um mich herum sofort aus allen Rohren. Ich aber konnte ihre Angst hinter der Entschlossenheit spüren. Den Schrecken, der nach ihnen griff, als sie mein Auftauchen auch nur erahnt hatten.

Sie hatten von mir gehört.

Sehr gut.

Dann waren sie gewarnt gewesen und ich musste mich nicht um Mitleid sorgen.

 

Es sind erneut die Schatten, die mich aufnehmen und meine Gestalt in nichts auflösen. Zwischen dem prasselnden Feuer der Gewehrkugeln, die mir nichts mehr anhaben können, geht es hindurch.

Ich könnte mir Zeit lassen, tue es aber nur beim Letzten, der übrig ist. Er spricht bereits nicht mehr, das Gewehr ist seinen starren Händen entglitten und ich nehme einen Schluck seines Blutes, bevor ich ihm die Gnade des Todes zu Teil werden lasse.

Nun bin ich als Einziger übrig. Ein Ergebnis, das nicht anders zu erwarten war…

Selbst die Wölfe, diese Vampire, wären keine Gegner für mich gewesen.

Dagegen warten im Abyss weitaus ebenbürtigere Widersacher. Eine Aufgabe, die mich reizt. Eine Prüfung, die ich all zu gerne bereit bin, abzulegen.

Ich kümmere mich nicht mehr um die Leichen der einst Lebenden und setzte meinen selbst gewählten Weg fort.

Nur eine Abwechslung, eine Prise in dieser faden Nacht.

Mehr nicht …

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Das erste Kapitel der Story
Legends of Kain

„Ich bin nicht böse, nicht verdammt oder verkommen. Mein Weg ist nur ein Anderer. Abseits jeden Gesetzes, das Ihr erschaffen habt. Fern von jeder Einordnung oder mathematischen Gleichung. Ich bin frei von dem Allen. Von Gut und Böse. Göttern und Teufeln. Sinn und Schicksal. Regeln und Beschränkungen. Nichts mehr gibt es für mich. Und doch habe ich alles.“ „Ich war ein Kaiser, ein König, Priester, Gott, Teufel und Dämon. Was die Menschen wollten, das gab ich Ihnen. Und nun bin ich Dein Traum, Deine Geschichte. Folge mir in die tiefsten Schatten, die jedes Licht verdrängen und verschlucken.“ Die Legende Kain, Lilith, Odin, der Berserker und die Walküren. Vampire und Werwölfe. Eine Zeit, vor unserer Zeit? Andere Welten, Dimensionen und auch Flüsse der Zeit. Hexen, Magie und selbst Merlin, die hier nun wieder entstehen. Eine Geschichte, die Anfang, als auch Ende bedeutet.Das dunkle Zeitalter, die ewige Nacht.Was Dich erwartet, ist im Jetzt noch nicht einmal erahnbar. Wenn auch gleich es schon begonnen hat. (Format PDF; Umfang 460 Seiten; Sprache: Deutsch)

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