Meryme [Part 5]

Die Seelen waren in Aufruhr. Hatten sie doch den Eindringling bemerkt. Meryme musste sich beeilen, so viel war klar. Sonst würde sie sich dem Kampf stellen müssen. Sie rechnete sich hohe Chancen aus, aber sie musste es ja nicht herausfordern. Und so flog sie durch den Äther, immer auf der Suche. So schwer durfte es doch nicht zu finden sein.

Sie befand sich hinter dem Schleier im Reich der Seelen. Dorthin, wo sie hin gingen, bevor sie ihre Reise nach ihrem Glauben antraten. Himmel oder Hölle, Lebensbaum, Paradies und so weiter.. Denn jede Seele, die ihren körperlichen Wirt verlassen hatte, erschuf sich durch ihre Macht ihre eigene Wirklichkeit. Sie war sich dessen nicht bewusst und so schuf sie das, was sie zu Lebzeiten im menschlichen Körper geglaubt hatte. Im Äther wie zwischengeparkt, hatte sie Bedenkzeit bevor sie in ihre eigene Wirklichkeit für ihre eigene Wirklichkeit wechselte. Aber keine Seele erkannte ihre wahre Macht, sondern erschuf sich eine Wirklichkeit, die sie nur selber wieder versklavte. Vielleicht auch nur, weil sie es nicht wusste. Zu Lebzeiten hatten die Menschen sich nicht um die wahre Freiheit bemüht und im Tod war es nicht anders.

Info: Das ist Part 5 der Story. Mehr Informationen: About)

Meryme war da anders. Aber dabei ging es ihr nicht um Freiheit als um die Erschließung von Macht. Sie war eine Hexe und das seit über 400 Jahren. Sie hatte die Grenzen einer Lebenszeit durch simple Magie überlistet. Sicher, sie war ein Einzelfall in der Welt der Lebenden. Sie glaubten nicht mehr an Magie und so hatten sie auch keinen Zugriff auf sie. Wie blind wanderten sie durch diese Welt und erkannten nicht, wie alles verbunden war und nur genutzt werden musste. Meryme hatte das längst schon akzeptiert. Als sie Kain vor hunderten von Jahren getroffen hatte, hatte er ihr eine Menge über die Menschen beigebracht. Und sie hatte gelernt zu akzeptieren. Manchmal der schwerste und wichtigste Schritt.

Sei`s drum. Sie und Kain waren so etwas wie Verbündete geworden. Und genau deswegen half sie ihm jetzt. Er brauchte eine verdammte Seele, um den Abyss zu öffnen. Sie musste geopfert werden. Ein Hauch von schwarzer Magie. Aber das störte Meryme nicht. Längst schon dachte sie nicht nur noch in schwarz oder weiss.

Die Schwierigkeit bestand jetzt darin, die Seele dazu zu bringen, freiwillig in den Seelenstein zu gehen, damit Meryme sie mit in die wirkliche Welt mitnehmen konnte. Sicher ein rednerisches Meisterwerk, was sie anwenden musste. Sie wusste selber noch nicht, wie genau.

Sie erblickte eine passende Seele. Sie war violett eingefärbt. Das Zeichen für Trauer und Selbstverdammung. Sie flog zu ihr. Sie selber hatte die Form gewechselt. Durch einen Zauber war sie auf die geistige Ebene gewechselt. Nicht physisch anwesend und doch konnte sie Dinge tun, die sie wollte. So, wie den Seelenstein halten.

Sie sprach die Seele über den Verstand an.

Du siehst so aus, als wärest Du genau die, nach der ich gesucht habe.“ Nicht zu viel Euphorie am Anfang, sonst verscheuchte sie sie. Aber genug Besonderes eingestreut, dass Aufmerksamkeit sich bilden konnte. Denn witzigerweise hatten die Seelen noch das Verhalten, was sie als Menschen zuvor hatten. Blieb zu hoffen, dass sie er richtig anpackte.

Warum?“ Kam es mürrisch mit einem Hauch Hoffnung zurück.

Das konnte klappen. Es war entscheiden, was sie jetzt sagte.

Ich bin so etwas wie ein Wächter dieser Welt. Ab und zu kommen ganz besondere Seelen zu uns.“ Schön das Ego kitzeln. Das wirkte meistens. „Und diese Seelen werden dann für größere Aufgaben ausgesucht. Anders als die Anderen, die hier verdammt sein werden, dürfen sie eine Freiheit genießen, die den anderen verwehrt ist.“ Sagte Meryme.

Was muss ich denn tun? Was für eine Aufgabe?“ Sagte die Seele.

Neugier, Interesse. Es lief echt gut. Scheinbar war sie froh, dass es etwas gab, das sie glauben dufte. Egal wie irrwitzig und fadenscheinig. Hauptsache es gab etwas, dass sie aus ihrer leidenden Verdammung herausholen konnte.

Du musst in diesen Seelenstein gehen. Aber Du musst es aus freier Entscheidung tun. Denn das bedeutet Freiheit, sich entscheiden zu dürfen. Und kannst Du es, nehme ich Dich mit, an einen Ort höherer Bestimmung, damit du einer größeren Sache dienen kannst.“ Wie wahr das doch war. Freiheit heißt Entscheidung. Die eigene Wahl treffen. Aber hier zeigte sich auch glasklar, warum die Menschen nie wirklich frei waren. Sie wurden gelenkt, manipuliert, in Richtungen gelenkt und trafen dann Entscheidungen, die gewollt waren. Wenn auch aus freien Stücken getroffen, war das doch keine Freiheit? Die Frage war, ob die Seele anbiss.

Ich wähle die Freiheit.“ Sagte die Seele und glitt zum Seelenstein, der sie bereitwillig aufsog.

Zu einfach eigentlich,“ dachte Meryme. Fast schon traurig. Die Seele hatte nicht die Freiheit gewählt, auch wenn sie es glaubte. Sie würde geopfert werden und Teil des Abyss werden. In ihrem größten Moment, trotz der Trauer, wählte sie die wahre Verdammung. Wie vorgeplant?

Aber was sollte es schon? Sie hatte, was sie brauchte. Und so machte sie sich auf den Weg aus dem Äther hinaus. Sie musste sich mit Kain treffen.

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Das erste Kapitel der Story
Legends of Kain

„Ich bin nicht böse, nicht verdammt oder verkommen. Mein Weg ist nur ein Anderer. Abseits jeden Gesetzes, das Ihr erschaffen habt. Fern von jeder Einordnung oder mathematischen Gleichung. Ich bin frei von dem Allen. Von Gut und Böse. Göttern und Teufeln. Sinn und Schicksal. Regeln und Beschränkungen. Nichts mehr gibt es für mich. Und doch habe ich alles.“ „Ich war ein Kaiser, ein König, Priester, Gott, Teufel und Dämon. Was die Menschen wollten, das gab ich Ihnen. Und nun bin ich Dein Traum, Deine Geschichte. Folge mir in die tiefsten Schatten, die jedes Licht verdrängen und verschlucken.“ Die Legende Kain, Lilith, Odin, der Berserker und die Walküren. Vampire und Werwölfe. Eine Zeit, vor unserer Zeit? Andere Welten, Dimensionen und auch Flüsse der Zeit. Hexen, Magie und selbst Merlin, die hier nun wieder entstehen. Eine Geschichte, die Anfang, als auch Ende bedeutet.Das dunkle Zeitalter, die ewige Nacht.Was Dich erwartet, ist im Jetzt noch nicht einmal erahnbar. Wenn auch gleich es schon begonnen hat. (Format PDF; Umfang 460 Seiten; Sprache: Deutsch)

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